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Mittwoch, 21. November 2012

Sie tanzt. Sie tanzt um ihr Leben. 
Ihre Umgebung ist verschwommen, unscharf. Das Einzige, was sie sieht, was sie spürt, ist das Blut unter ihren Füßen. Da ist so viel Blut. Und ihr tut alles weh. Doch sie kann nicht aufhören zu tanzen. Nein. Sie wird gezwungen sich immer weiter zu bewegen.
Es ist notwendig, widersetze dich nicht deinem Schicksal, sagten sie zu ihr und ketteten sie an diesen Ort.
Sie wollte ihnen Schmerzen zufügen, will es immer noch.
Sie will, dass es aufhört, doch was sollte eine mickrige menschenähnliche Existenz wie sie schon gegen solche großen Geister ausrichten können?

Sie beobachten das Mädchen. Haben ihren Spaß an ihr, während sie leidet und tanzt. Sich die Füße blutig tanzt, um ihnen gerecht zu werden, um den letzten Lebenshauch in sich zu bewahren.
Sie weiß, dass von diesem Tanz ihr Leben abhängt. Doch die Hoffnung auf Erlösung hat sie bereits aufgegeben.

Die Wahrheit ist so präsent, wie nur das Blut, um sie herum es ist. Die Wahrheit ist grausam. Die Wahrheit ist rein. Fast so rein wie das Blut unter ihren Füßen. Der süße Lebenssaft. Der, der ihr zeigt, dass sie lebt. Noch.

Ein bisschen stolz ist sie schon auf sich. Stolz darauf, dass sie bereits so lang durchgehalten hat. Dabei war sie oft davor aufzuhören. Ihre Füße, ihren Körper einfach nicht mehr zu bewegen. Es wäre viel einfacher. Aber einfach ist keine Lösung. War es nie.

Das Mädchen weiß nicht, wo sie ist, warum sie hier überhaupt ist. Sie fragt sich, was sie falsch gemacht hat. Vielleicht war es wirklich ihr Schicksal zu tanzen. Vielleicht ist das Blut unter ihr die Antwort auf all ihre Fragen. Vielleicht ist das auch alles gar nicht real und sie hat längst aufgehört zu tanzen.
Sie weißt es nicht.
Sie weiß nur, dass es nie aufhören wird. Sie wird in die Ewigkeit tanzen und das Blut wird ihr Begleiter sein, wie es das seit jeher war.

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