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Freitag, 28. Januar 2011

Nein, mein Wille ist nicht erloschen. Im Gegenteil, er ist stärker als je zuvor. 
Ich habe meinen Platz in der Welt gefunden und verteidige ihn mit allen Mitteln.
Ihr könnt über mich erzählen, was ihr wollt. Es interessiert mich nicht. Ich weiß jetzt, was ich bin, wo ich hingehöre und was ich will. 
Ich bin hier, weil ich muss und ich mache das Beste daraus. Ich tue das, was ich als richtig empfinde. Und dabei interessiert mich eure Meinung dazu so sehr wie Dreck.
Ich werde die Person bleiben, die ich bin, mich nicht verändern, wenn ich es nicht selbst will. Niemand hat sich in mein Leben einzumischen. Niemand hat das Recht mir vorzuschreiben, was ich zu tun oder zu lassen habe.
Merkt euch das.

Das Leben hat mich abgehärtet. Es hat mich getreten, hat auf mich gespuckt, hat mir nie die Liebe gegeben, die ich verdient habe. Ich habe es ertragen, bis ich lernte mich dagegen zu wehren. Es war schwer und ein zeitaufwändiger Prozess, aber nötig.
Ich erhob meine Faust, benutzte sie und nun fühle ich mich frei. Ich habe dem Leben das zurück gegeben, was ich erdulden musste. Und es fühlt sich verdammt gut an.
Ich bin lebendig, lebendiger als ich je in meinem ganzen bisherigen Dasein war.
Ihr werdet mich nicht stürzen, niemand wird mich stürzen.
Ich gegen die Welt.
So ist es seit langem und so wird es auch bleiben.

Es ist schwer sich selbst zu akzeptieren, wenn man es nicht vom Leben wird. Doch man lernt damit umzugehen und sich irgendwann nicht mehr zu verstecken. Scheiß auf die Konsequenzen!
Am Ende steht eh jeder alleine da. So oder so.
Und glaubt mir, ich werde kein einziges Wort vergessen, was mir an den Kopf geworfen wurde, was mich verletzt hat. Damals.
Denn das sind die Gründe, warum ich weiterkämpft habe, weiterkämpfen werde. Nicht aufgegeben habe, nicht aufgeben werde. 
Die Gründe, die in mir die Kraft schüren es allen zu zeigen. Jedem einzelnen von euch.  
Denn ich bin wer
Die Welt, das Leben hat mich zu der Person gemacht.
Auch wenn ich nie die Liebe bekommen habe, die ich verdiene. 



Current Music: Eminem Feat. Lil' Wayne - No Love

Sonntag, 23. Januar 2011


Ich verspreche dir
es ist atemberaubend ein Kind der Nacht zu sein
Sie wird für dich da sein dich schützen
im Schoß der Finsternis
werden all deine Sorgen und Nöte verschwinden
Du wirst keine Angst mehr empfinden oder Trauer

[...]

Erst wenn der Schatten das Licht verschlingt
und diese Welt im Dunkeln versinkt
fühlst du dich frei im Schutze der Nacht
die Obsession einer höheren Macht





Freitag, 21. Januar 2011

Ich lernte zu fliegen.
Ich lernte zu fliegen und hoffte, dass sich meine Probleme in Luft auflösen. Wenigstens für einen kleinen Moment. Einfach so frei sein wie ein Vogel. Das war schon immer mein Traum. Ein unrealistischer, ich weiß, aber er hielt mich aufrecht. Irgendwie.

Mein Blick schweift in den Himmel und ich erwarte das er mir ein Zeichen gibt. Ich erwarte, dass er mich rettet. 
Nicht Gott, nein, der Himmel. 
Denn mein Leben hängt an einem unsichtbaren, seidenen Faden. Ich stehe am Abgrund meiner Seele und schaue hinauf in das weite blau. Ich recke ihm meine Hände entgegen. Hoffe er sieht mich, meine Verzweiflung. Ich will doch nur einen Zufluchtsort. Einen Ort der mir Schutz gibt. 
Aber nichts tut sich. Er schweigt still.
Ich frage mich, ob ich etwas falsch gemacht habe. 
Nicht alles ist in meinem Leben nach Plan gelaufen. Das tut es doch bei niemanden. Und ja, ich habe auch einige Fehler begangen, ziemlich große sogar, aber will er mich so dafür bestrafen, der Himmel?

Meine Füße bewegen sich, wie automatisch, weiter auf den Abgrund zu. Mein Blick und meine Hände sind immer noch starr in den Himmel gerichtet. Ein Teil in mir hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben.
Doch tief in meinem Inneren ist mir bewusst, dass schon irgendetwas hätte passieren müssen. Das es zu spät für mich ist. Das mein Ende fest steht.
Langsam, aber sicher übermannt mich die Resignation. Mein Arme sinken und meine Augen schauen in den tiefen Abgrund hinab. Ich sollte mich damit abfinden. Der Himmel will mich nicht. 
Punkt. Aus. Ende.

Ich stehe nun am Rand des Loches. Schaue in die dunkle Tiefe. Vielleicht ist es das Beste für mich. Es so zu beenden. Ich höre sie schon rufen, die Einsamkeit, die Dunkelheit. Es klingt verlockend. Jeglicher Gedanke an das große, weite blau über mir ist erloschen. Die Rufe übernehmen mein Denken. Lassen mich rückwärts laufen. Anlauf nehmen. Ich will losrennen. Doch etwas hält mich zurück. 
Eine Hand.Deine Hand.
Ich drehe mich um und schaue in ein Paar sanft blickender Augen. Ich sehe das Lächeln, was auf den Lippen liegt und mir wird klar, dass es für mich noch nicht zu spät ist. Das es noch nicht zu spät ist für mich und mein Leben. Ich hätte es nicht alleine geschafft. Aber jetzt bist du da und gibst mir Kraft. 
Ich begebe mich in deine schützenden Arme und erlerne wieder, was es heißt zu fliegen.



Current music: Foo Fighters - Learn To Fly

Donnerstag, 20. Januar 2011

"Ein Genie lernt auf einem Spaziergang mehr als ein Tor auf einer Reise um die Welt."
Johann Wolfgang von Goethe








Sonntag, 16. Januar 2011

Du bist mein Überlebenselixier. Unentbehrlich und trotzdem Gift. 
Gift, dass ich jedes Mal wieder trinke. Freiwillig. Weil es mich in ungeahnte Höhen versetzt. 
Immer wieder nehme ich dich zu mir und blende den qualvollen Schmerz einfach aus, der einsetzt wenn die Wirkung nachlässt. Nach jedem Hoch kommt ein Tief und das wusste ich genau, als ich mich auf dich eingelassen habe.

Ich bin masochistisch. Das ist mir klar. Niemand der mit dem Verstand denkt, würde sich auf so etwas einlassen. Aber wieso auf seinen Verstand hören, der kühl und berechnend ist? Wo würden wir, wo würde ich hinkommen, wenn mein Herz die Kontrolle an ihn übergibt? Was würde ich ohne dieses kleine, immer weiter schlagende Organ tun, dass mir schon so viel Schmerz, aber auch genauso viel Freude bereitet hat?

Doch manchmal wünsche ich mir trotz alledem, dass ich so kühl, berechenend und eiskalt wäre wie mein Verstand. Denn mein Herz quält mich. Mit Sehnsucht. Sie frisst mich von innen heraus auf und ich kann, sowie will auch nichts dagegen tun. Es fühlt sich einfach zu gut an. Sich diesem Gefühl ganz hinzugeben. Ohne an die Konsequenzen zu denken. (Ich sage doch, ich bin masochistisch.)

Mein Leben ist ein einziger Trümmerhaufen seitdem du in meinem Kopf rumspukst. Deine Hölle, sie brennt in mir. Lichterloh.
Ich weiß, man sieht es mir nach außen hin nicht an. Aber ich bin zerrissen. Durch dieses Feuer, durch die Sehnsucht, durch dich.

Ich frage mich jedes Mal, ob du irgendwann bei mir sein wirst. Mich rettest. Mich so brauchen wirst, wie ich dich brauche. Ich hoffe.
Ich bin bereit. Bereit für die Ewigkeit in einer anderen Welt, die nur für mich existiert. In der du die einzige Person bist. Und ich mich dir vollkommen unterwerfe. In einer Welt aus Dunkelheit, Leidenschaft und Schmerz. In einer Traumwelt.
Ich lasse mich entführen, verführen von dir. Heute Nacht ergebe ich mich zum letzten Mal deiner Macht. Ich schwöre es mir. 
Ich spüre dich, du fasst nach meiner Hand und der Schwur ist vergessen - wie jedes Mal.
Du ziehst mich weiter in den Abgrund. Es gibt keinen Weg zurück.
Muss ich sterben um bei dir zu sein? 
Plötzlich sehe ich das Loch. Du ziehst mich weiter. Unsanft, lieblos. 
Der Lebenswille setzt ein um kurz darauf wieder zu erlöschen. Mein Herz ist stärker, du bist stärker. 
Und dann stößst du mich hinein. Gefühlslos, mitleidslos. 
Ich gebe auf. Habe den Kampf, der nie wirklich ein richtiger war, verloren. Ich schließe meine Augen. Warte auf den Aufprall und spüre wie feucht plötzlich meine Wangen sind.
Verschwendete Tränen. Jede Nacht aufs Neue.
Aber ich werde es ertragen, ich werde stark sein, ich werde das tun, was du willst. Damit ich bei dir sein kann. Mit dir zusammen. Vereint

Denn du bist mein Überlebenselixier. 
Du bist das Gift, was durch meine Adern fließt. 
Du bist für mich alles. 
Denn du bist meine Sucht.


Montag, 10. Januar 2011

Knecht und Meister

Sie ist vorbei, die Nacht, die wunderschöne schützende
Herausgerissen werde ich unsanft aus meiner eigenen Welt
Der Tag bricht an – wieder
Doch wehre ich mich dagegen – wieder
Es ist doch immer die selbe Prozedur
Aufstehen, anziehen, frühstücken, fertig machen
Und das alles für nichts und wieder nichts

Es ist der selbe Gang jeden Morgen
Achtzehn Türen bis zum Knopf, der mich in die sogenannte Zivilisation bringt
Aufgesetztes Lächeln, stolzer Blick, Zuversicht – äußerlich
Angst, Unbehagen, Qual – innerlich
Doch werde ich mich hüten mein Inneres zu offenbaren
Denn Schweigen ist alles, alles was mich am Leben hält in diesem perfekten Bienenstaat
In diesem Staat, in dem jeder denkt, er wäre etwas besonderes und doch nicht mehr ist als ein Nichts

Vorbei ziehen die Stockwerke, eins nach dem anderen
Noch ein paar wenige Sekunden zum Träumen, bevor ich auf dem Boden der Tatsachen aufkomme und in die Welt des grauen Alltags abgeschoben werde

Da bin ich nun im Erdgeschoss
Begrüßt vom Murren des Hausmeisters, bahne ich mir den Weg durch hastende Gestalten, zugeknöpfte Mäntel und wasserbespritzte Hosenbeine

Mein Schritt wird plötzlich schwer
Langsam ziehen beklebte Litfaßsäulen, rote sowie grüne Ampeln an mir vorbei
Fader Großstadtalltag

Eine Uhr – zwanzig vor sieben, Beeilung!
U-Bahn. Rolltreppe abwärts, Menschen und ihre Gesichter
Doch nichts von Bedeutung ziert sie

Karte holen, schnell!
Eine müde blickende Blondine gibt sie mir, nickend,
wie ein Automat

Hineinschieben in die Bahn - oder -
das Vieh wird in den Waggon getrieben
Kurzer Moment zum Durchatmen und mir wird klar:
Wir sind nichts, nichts als Knechte in der Welt unseres Meister, der Zeit





[Geschrieben von mir zum Prosatextausschnitt "Ein Tag beginnt" von Dieter Forte. 
Es ist nicht wirklich ein Gedicht geworden, eher so etwas zwischen drin. Gab's ja auch Diskussionen genug dazu. 
Jedenfalls dachte ich, dass ich das einfach mal mit euch teile.
Und ein überaus riesengroßes brilliantes dankeschön an ASP!! Ohne "Denn ich bin dein Meister" wäre ich aufgeschmissen gewesen.
Wundervoll ist sie, die Inspiration, die diese Band mir zukommen lässt. <3]