Dunkelheit empfängt dich wie ein altbekannter Weggefährte. Du hast ihn aufgegeben, aber doch nie wirklich losgelassen.
Deine Fingerspitzen streichen über kaltes Material.
Du willst schreien, aber kein Laut entweicht deiner Kehle.
Du bist gefangen. Irgendwo, wo dich sicherlich keiner findet.
Es ist aber auch keiner da, der dich suchen würde.
Irgendwo auf deinem Weg hast du sie verloren. Die, die dich einst begleiteten, vielleicht liebten, dir vielleicht helfen wollten.
Doch du wusstest schon früh, dass keiner dir helfen würde. Keiner helfen könnte.
Denn die Schatten, die dich umgaben, hat keiner gesehen. Die Dunkelheit, die dich jetzt wieder aufgefangen, eingefangen hat, unsichtbar, für alle - außer dich.
Was hast du dir dabei gedacht zu glauben, dass er dich nicht wieder holen würde?
Kleines Dummerchen.
Glaube. Wie oft hast du schon geglaubt und wie oft hat es dir etwas gebracht?
Dass du immer noch glaubst, immer noch Hoffnung hast, ist bemerkenswert.
Aber sei dir gewiss, beides stirbt. Meistens früher als man denkt.
Und am Ende wird nur er an deiner Seite sein. Er ist das Einzige, was dir am Ende zwischen all den Wunden und Trümmern noch bleibt.
Manchmal fragst du dich, was du noch hier willst.
Ein berechtigte Frage bei all dem Elend. All dem, dem du nicht entgegenwirken kannst. Du bist so machtlos. Dir fehlt die Kraft.
Deine letzte Kraft hast du schon vor zu langer Zeit verbraucht. Endkampf nanntest du es, in der Hoffnung, dass es der erste und letzte große Kampf sein würde.
Doch was wusstest du schon vom Kämpfen, vom Überleben, vom Leben?
Und was weißt du jetzt, kleines Dummerchen, jetzt wo du wieder hier bist? Mit ihm hier bist.
Du bist so schlau wie zuvor. Das Gefühl nichts gelernt zu haben, dieselben Fehler erneut gemacht zu haben, schleicht sich langsam in dein Bewusstsein. Kratzt an Türen, an Narben, an Erinnerungen.
Wie lang willst du dir noch vortäuschen, dass das Schlimmste vorbei ist? Wie lang willst du dich noch belügen?
Unzählige Male.
Du fühlst es.
Intensiv, so intensiv wie selten zuvor.
Die Schatten kommen wieder näher, er kommt näher.
Er ist viel zu nah.
Umhüllt dich bereits wie eine zweite Haut. Nicht mehr lang und es ist endgültig vorbei.
Was willst du noch tun?
Gib auf, mein Herz. Gib doch auf.
Das Ziel hast du verfehlt. Die Chancen sind vertan. Der Kampf ist gefochten.
Gib auf, mein Herz, gib auf.
Finde deine Ruhe im tiefen Grund.
Finde sie mit ihm und habe keine Angst, denn er wird dich begleiten.
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Sonntag, 17. November 2013
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