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Sonntag, 26. Januar 2014

Fragment.

Die Welt liegt in Trümmern und zwischen diesen Trümmern liegst du.
Du weißt nicht, was morgen passieren wird.
Du weißt nicht, was im nächsten Moment passiert.
Du weißt nichts.
Du liegst einfach nur da. Durchlöchert und schwer atmend.

Der Versuch zwischen all den Trümmern die Sterne, den Himmel zu sehen, bleibt ein Versuch.
Totgeborenes, totgeschossenes, totgeliebtes - Die Überreste von Leben, oder das, was einmal Leben war, Leben sein sollte, nehmen dir die Sicht.
Da ist keine Angst in dir. Nur Gewissheit und eine alles einnehmende Stille.

Du würdest gerne die Sterne sehen. Hell leuchtend, klar am Himmel.
Du würdest gerne wissen, wie man sich so als Stern fühlt. Ob man dort oben als Stern auch so allein ist, wie hier?
Vielleicht können die Sterne ja die Trümmer sehen, denkst du dir und schließt wieder die Augen, spürst den Geschmack von Asche in deinem Mund.

Es geht so langsam. Es geht viel zu langsam voran und viel zu schnell zurück.
Ein ewig währender Stillstand.
Du kannst nichts tun. Du bist ja hier gefangen unter all den Trümmern. Bewegungsunfähig, handlungsunfähig, todesunfähig, aber denkfähig.
Und das ist dein Problem.

Denken.
Denken heißt die menschliche Fähigkeit des Erkennens und Urteilens anzuwenden.
Aber zum Denken sind nur noch die wenigsten Menschen fähig und die, die es können, liegen hier wie du zwischen den Trümmern dieser Welt.

Die Menschen haben ihre Menschlichkeit verloren. Irgendwo zwischen hier und damals.
Ein Krieg zu viel geführt, ein Mensch zu viel gestorben, ein Unrecht zu oft verübt.
Kaputtgekriegt, kaputtgetötet sind sie.
Kaputt bis ins Mark.
Unheilbar krank.

Dein Kopf tut weh. Wahrheit tut weh. Dir wurde einmal zu oft wehgetan.
Alles ist nur Schmerz und Wut und Gedanken.
Gefühlsgedanken.
Und dann plötzlich wieder nichts, nichts außer den Trümmern um dich herum und den Gedanken an die Sterne.

So hell zu leuchten wie die Sterne war dein Wunsch. Was du bekamst waren die Brandwunden der Erkenntnis und die Ewigkeit unter Trümmern, den Sternen ferner als zuvor.
Was ist nur passiert?

Die Welt liegt in Trümmern und zwischen diesen Trümmern liegst du.
Du weißt nicht, was morgen passieren wird.
Du weißt nicht, was im nächsten Moment passiert.
Du weißt nichts.
Doch du spürst Verzweiflung, Wut und Schmerz.
Du fühlst und das macht dich menschlicher als jeden "Menschen".