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Dienstag, 10. März 2015
Freiheit
Es gibt Menschen, die man nicht vergisst. Menschen, die nicht aus den Gedanken und den Erinnerungen verschwinden. So sehr man das vielleicht auch manchmal möchte, so sehr es manchmal auch schmerzt.
Sie bleiben, wo sie sind.
Du bist einer davon.
Du hast dich in mir eingenistet mit deinem Lächeln und deiner Art. Wenn ich an dich denke, denke ich an Freiheit. Wenn du in meiner Nähe bist, spüre ich sie in ihrer Gänze.
Ich möchte alles riskieren und nicht zurückblicken, mir keine Gedanken darum machen, was die Konsequenzen sein könnten.
An Konsequenzen denke ich schon oft genug.
Wenn du da bist, bin ich ein anderer Mensch. Jemand, den ich bisher selbst noch nicht kannte.
Du machst mich frei.
Weißt du noch, die eine Nacht auf dem Dach eines dieser alten Industriegebäude, die hier so zahlreich aus der Erde sprießen und die mir anfangs so fremd waren?
Du hast von einer Band erzählt, die ich nicht kannte, von den Orten, die du noch sehen wolltest und mich mit deiner Begeisterung angesteckt. Ich weiß noch, wie glücklich und unbeschwert du warst. Wie das Lächeln auf deinen Lippen auf deine Augen übersprang. Wie dir der Wind deine Haare komplett zerzauste. Wie weit unsere Probleme und Sorgen entfernt waren.
Ich vermisse das.
Ich vermisse deine Art im größten Unglück einen Lichtblick zu finden. Ich vermisse wie du begeistert von etwas erzählst, von dem ich absolut keine Ahnung habe und mich damit ansteckst. Ich vermisse dein Lächeln und deine leuchtenden Augen. Ich vermisse den Wind und deine zerzausten Haare. Ich vermisse die Sonnenuntergänge, die wir uns teilten.
Ich vermisse dich.
Aber ich glaube, das weißt du. Ich war nie gut darin meine Emotionen zu verschließen, wenn es darauf ankam. Und dir gegenüber habe ich auch gar nicht erst versucht. Ich wollte es ohnehin nicht.
Du tust mir selbst nach alldem viel zu gut. Die Erinnerung tut viel zu gut.
Manchmal wünsche ich mir, dass du wieder mitten in der Nacht vor meinem Fenster stehen würdest. Die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, Zigarette im Mundwinkel eines dieser unverwechselbaren schelmischen Lächeln auf den Lippen.
Ich würde zu dir runterkommen, dich umarmen, diese Mischung aus Zigarettenrauch und Meer tief einatmen und mit dir abhauen, irgendwohin fahren. Viel zu schnell mit viel zu lauter Musik.
Aber die Konsequenzen wären mir egal. Weil du da wärst.
Du hast mir so viel von dir gegeben, so viel von dir gezeigt und deine Abwesenheit tut mir so weh. Es schmerzt dich loslassen zu müssen, doch ich wusste, auf was ich mich einlasse.
Du bist nicht dafür gemacht zu verweilen.
Das, was wir hatten war so anders, so eigenartig schön. Du hast mir gezeigt, was Freiheit bedeutet. Du hast mir gezeigt, wie sich Freiheit anfühlt. Du hast in mir etwas hervorgeholt, von dem ich selbst noch nicht wusste, dass es existiert.
Ich hoffe, du bist glücklich, da wo du jetzt bist.
Ich hoffe, du findest, was du hier nicht finden konntest.
Und egal, wo du bist, ich werde an dich denken.
Ich werde dich nicht vergessen.
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