Also ich will das Thema jetzt echt nicht auslatschen, aber ich könnte mich schon wieder so drüber aufregen!
Hab' heute paar Artikel im Netz gefunden in denen es um's Outing im Fußball ging.
"Dass die Zeit reif ist für bekennende Homosexuelle im Profi-Fußball, glaubt Assauer nicht. Im Fußball funktioniert das nicht. Die, die sich outen, werden plattgemacht. Von ihren Mitspielern und von den Leuten im Stadion. Diese Hetz- Jagd sollte man ihnen ersparen."
Sehen wir mal davon ab, dass dieses Zitat von Assauer stammt [den ich für das verabscheue:"Als ich noch in Bremen war, hörte ich, dass unser Masseur schwul ist. Ich bin zu ihm gegangen und habe ihm gesagt: Junge, tu mir einen Gefallen - such Dir einen neuen Job."] sagt er ja das, was viele denken.
Fußball ist ein Heten-Sport. War es schon immer. Trotzdem bin ich mir sicher, dass es nicht so bleiben wird.
Ich las, dass theoretisch in jedem Fußballverein mindestens drei Männer gibt, die homosexuell sind.
Sie leben ein Doppelleben und das muss echt heftig sein. Nach außen hin sind sie der (nehme ich jetzt einfach mal an) Bundesligaprofi, der auf Frauen steht und sowieso total hetero ist, aber im selben Moment sträubt sich alles in ihm dagegen. Er muss seine Bedürfnisse unter den Tisch kehren. Das ist Verleumdnung seiner selbst, richtig belastend. Aber sie können die beiden Leben nicht vereinigen, weil das würde gegen die gesellschaftlichen Ansichten gehen.
Es ist das, was Assauer schon sagte. Sie würden von den Fans und den Mitspielern plattgemacht.
Wieso?
Ist die Frage, die sich mir da permanent stellt.
Haben die Mitspieler Angst, dass derjenige sie unter der Dusche begrabscht? Dass er ihnen eindeutige Blicke zuwirft? Dass er sich urplötzlich, obwohl sie Jahre lang, einfach nur normal miteinander geredet haben, in ihn verliebt?
Und die Fans. Was treibt sie dazu, die Männer so fertig zu machen? Letztendlich zählt doch die Leistung auf dem Feld. Aber anscheinend bin ich eine der Wenigen, die das so sieht. Ein schwuler Fußballer ist in der heutigen, ach so toleranten Gesellschaft, undenkbar.
Und ich kann es immer noch (und werde es auch nicht) verstehen.
Diese "angeblichen" Gründe sind einfach nur Stuss.
Die Menschen haben Angst vor Veränderungen, haben Angst davor, dass ihr gesamte, schön geordnete Welt aus den Fugen gerät.
Angst.
Angst.
Die schwulen Fußballer haben Angst, die Mitspieler haben Angst, die Fans haben Angst.
Dieses ganze Geflecht ist mit Angst durchzogen.
Ihr könnt mir jetzt zustimmen oder auch nicht. ist schließlich meine ganz persönliche Meinung, aber es kann echt nicht sein, dass so abfällig auf den Zusammenhang "schwul" und "Fußball" reagiert wird.