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Dienstag, 21. Juni 2011

Ladies and Gentlemen, welcome to my personal arma-goddamn-motherfuckin'-geddon!
(For more information visit the asylum in your vicinity.)

Gedankenabfall. Gedankenkotze. Gescheiterte Existenz. Vorbeigerauscht. Ich. Meine Welt.

Mich selbst zu ertragen ist schwer. Müll in meinem Inneren. Egal, in welche Ecke meiner Seele, meines Körpers es mich verschlägt. Überall nur Blut und Exkremente. Breitgetretener Matsch. Das, was das Leben so in einem hinterlässt. 
Schlachtfeldähnliche Zustände.
Und Sie haben noch längst nicht alles gesehen.

Ekel vor meiner Selbst, vor dem, was in meinem Körper herumliegt. Mein Alltag. Oft verknüpft mit dem spontanen Bedürfnis des Brechreizes.
Momentaufnahme. Bitte lächeln. Ich könnte kotzen. Alles auskotzen.
Aber wer räumt den Rotz dann weg?

Menschsein ist erbärmlich.
Das, was sich in mir abspielt ist auch erbärmlich und nett anzusehen. Nett anzusehen für den sadistisch geneigten Menschen. 
Auch Kannibalen hätten sicherlich Freunde an mir. Zumindest solange sie auf breitgetretene Organe stehen.
Zerquetschtes Herz, durchlöcherte Lunge. Nur dieser Klumpen in meinem Kopf arbeitet, als hätte er nie etwas anderes getan.
Was? Sie fragen, wie ich noch atmen kann? Das fragen Sie mich? 
Ich weiß es doch selbst nicht.

Alle sagen: Was dich nicht umbringt, macht dich stärker. Ich frage: Schon mal versucht, als Müllhalde zu leben und daran zu wachsen?
Die Naivität der Menschen ist wirklich unheimlich. Unheimlich schrecklich. Und ich stehe so zwischen ihnen, den Menschen. Mit einem funktionierden Hirn und zwei klebrigen Händen voller Scheiße und Blut.

Wo ist eigentlich der Müllmann, der mir vielleicht aus diesem Drecksloch von Müll heraushelfen könnte? 
Drecksmüllmann.
Hoffnung ist auch nur so eine naive Erfindung der Menschheit. Wird mir dank des Drecksmüllmannes wieder bewusst.
Wie soll man denn zwischen ficken, essen, schlafen und töten auch noch die Zeit finden zu hoffen, frage ich Sie?

Ich wälze mich in meinem Dreck. Kann ich am besten.
Ob  heute doch noch der Drecksmüllmann vorbeischaut?
Wohl eher nicht.

Ob mein Nachbar mir hilft?
Unwahrscheinlich.

Ob Sie mir aus dem Drecksloch meiner selbst helfen?
Niemals.



Mittwoch, 1. Juni 2011

Ich will, dass du dich ausziehst. Ausziehst, bis auf deine Knochen!
Seine Worte hallen heute noch in meinem Ohr nach. Selbst sein aggressiver und doch auf eine faszinierende Art zärtlicher Blick ist nach all der Zeit genauso präsent in meinem Gedächtnis.
Er wusste, was ich wollte. Hat es mir gegeben. Hat mich befriedigt. Psychisch und physisch.
Es tat gut.

Wie lange mich dieser Schritt an Zeit gekostet hat, ist mir nicht mehr bewusst.
Doch er drängte nicht.
Ließ mir Zeit. Nötige Zeit. Zeit, die ich brauchte.
Und dann plötzlich, ohne Vorwarnung seinerseits, folgte genau dieser Satz. Wie aus dem nichts stand er im Raum. Mit dieser unterschwelligen Drohung, die mir angenehme Schauer über den Rücken jagte.
Der Gedanke, dass er mich hier rausholen konnte, wenigstens für ein paar wenige Stunden, durchkreuzte meine aufkeimenden Gedanken der Flucht.
Denn anfangs hatte ich wirkliche Angst vor dem Unbekannten. Berechtigte Angst.
Aber die Wirkung, die er im selben Moment auf mich ausübte, machte mich neugierig. Dieser Satz, der sich in mir manifestiert hatte. Er selbst. Seine Art. Das, was er mir geben konnte und wollte.
All das siegte über die Vernunft.

Komm mit mir.
Der Gedanke spiegelte sich in seinen Augen wider und ich wusste, ich hatte keine Wahl mehr.
Er hatte mich bereits gefesselt. So fest, dass ein entkommen meinerseits zwecklos war.
Der Strudel, in den er mich zog, war tief und endlos.
Ich ließ mich fallen, gab mich hin, machte mich verletzlich.
Er sah mich.

Ich legte ihn hin, den filmreifen Seelenstriptease.
Doch das war noch lange nicht alles. Viel dunklere Dinge gingen damals vor sich. Dinge, die ich nicht vergessen kann, die für die meisten nicht begreifbar sind.
Momente vollkommener Hingabe.