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Freitag, 21. Januar 2011

Ich lernte zu fliegen.
Ich lernte zu fliegen und hoffte, dass sich meine Probleme in Luft auflösen. Wenigstens für einen kleinen Moment. Einfach so frei sein wie ein Vogel. Das war schon immer mein Traum. Ein unrealistischer, ich weiß, aber er hielt mich aufrecht. Irgendwie.

Mein Blick schweift in den Himmel und ich erwarte das er mir ein Zeichen gibt. Ich erwarte, dass er mich rettet. 
Nicht Gott, nein, der Himmel. 
Denn mein Leben hängt an einem unsichtbaren, seidenen Faden. Ich stehe am Abgrund meiner Seele und schaue hinauf in das weite blau. Ich recke ihm meine Hände entgegen. Hoffe er sieht mich, meine Verzweiflung. Ich will doch nur einen Zufluchtsort. Einen Ort der mir Schutz gibt. 
Aber nichts tut sich. Er schweigt still.
Ich frage mich, ob ich etwas falsch gemacht habe. 
Nicht alles ist in meinem Leben nach Plan gelaufen. Das tut es doch bei niemanden. Und ja, ich habe auch einige Fehler begangen, ziemlich große sogar, aber will er mich so dafür bestrafen, der Himmel?

Meine Füße bewegen sich, wie automatisch, weiter auf den Abgrund zu. Mein Blick und meine Hände sind immer noch starr in den Himmel gerichtet. Ein Teil in mir hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben.
Doch tief in meinem Inneren ist mir bewusst, dass schon irgendetwas hätte passieren müssen. Das es zu spät für mich ist. Das mein Ende fest steht.
Langsam, aber sicher übermannt mich die Resignation. Mein Arme sinken und meine Augen schauen in den tiefen Abgrund hinab. Ich sollte mich damit abfinden. Der Himmel will mich nicht. 
Punkt. Aus. Ende.

Ich stehe nun am Rand des Loches. Schaue in die dunkle Tiefe. Vielleicht ist es das Beste für mich. Es so zu beenden. Ich höre sie schon rufen, die Einsamkeit, die Dunkelheit. Es klingt verlockend. Jeglicher Gedanke an das große, weite blau über mir ist erloschen. Die Rufe übernehmen mein Denken. Lassen mich rückwärts laufen. Anlauf nehmen. Ich will losrennen. Doch etwas hält mich zurück. 
Eine Hand.Deine Hand.
Ich drehe mich um und schaue in ein Paar sanft blickender Augen. Ich sehe das Lächeln, was auf den Lippen liegt und mir wird klar, dass es für mich noch nicht zu spät ist. Das es noch nicht zu spät ist für mich und mein Leben. Ich hätte es nicht alleine geschafft. Aber jetzt bist du da und gibst mir Kraft. 
Ich begebe mich in deine schützenden Arme und erlerne wieder, was es heißt zu fliegen.



Current music: Foo Fighters - Learn To Fly

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