Wenn ich in das Gebäude komme, denke ich: Du bist falsch hier.
Wenn ich den Raum betrete, denke ich: Du bist falsch hier.
Wenn ich die Stunden absitze, denke ich: Du bist falsch hier.
Wenn ich die paar Minuten "Freizeit" habe, denke ich: Du bist falsch hier.
Wenn ich all diese Gesichter sehe, denke ich: Du bist falsch hier.
Wenn ich aus dem Gebäude gehe, denke ich: Endlich. Aber du bist trotzdem falsch hier.
Nein, ich gehe nicht gerne dorthin. Werde ich nie. Schon aus dem Grund, weil mich dieses ewige Unwohlsein, wenn ich dort bin, richtig runterzieht. Jeden Tag auf's neue. Und irgendwann zehrt das verdammt nochmal an den Nerven. Den großen Kollaps hatte ich schon einmal. Da ging nichts mehr. Ich war fertig. Hab stundenlang geweint. Weil auch ich Grenzen habe, denn ich bin nur ein Mensch. Ich breche unter einer Last dieses Ausmaßes zusammen.
Ich quäle mich nur noch durch die Tage. Weil ich muss.
Zwar gibt es Tage, an denen es halbwegs ertragbar für mich ist. Doch die Zeiten an denen ich mich auf heftigste zusammenreißen muss, um nicht einen Gefühlsausbruch üblen Maßes zu erleiden, werden immer mehr. Das zehrt an meinen Kräften.
Mir wurde mal gesagt: Du bist zu sensibel für die Schulwelt.
Und ich werde das Gefühl nicht los, dass er recht hat. Irgendwie.
Ich versuche mir zwar immer einzureden, dass es kaum noch drei Jahre sind, die ich hier zubringen muss, doch erscheint das wie eine Ewigkeit. Alles erscheint wie eine Ewigkeit, wenn man nicht mehr kann.
Mir wurde schon oft gesagt, ich soll reden, wenn ich Probleme habe. Aber dazu war ich noch nie der Mensch. Das Gefühl nicht verstanden zu werden, lässt nicht mal den Versuch zu. Wahrscheinlich ist das auch besser so. Denn gerade in den Momenten, in denen ich mich selbst nicht verstehe, frage ich mich wie mich dann jemand anderes verstehen soll.
Keine Ahnung, was passieren würde, wenn ich die wenigen Menschen aus meinem Umfeld, die an einer Hand abzuzählen sind, nicht hätte oder was ich ohne die Leute von Twitter machen würde. Sie haben mir geholfen, haben mir Trost gespendet, als ich nicht weiterwusste, waren da als ich jemanden brauchte. Von ihnen kenne ich nicht mal die Hälfte persönlich. Doch sie waren einfach da. Haben sich Sorgen gemacht. Ohne das sie wussten, was überhaupt wirklich los ist.
Es tut gut zu wissen, dass sich jemand um dich sorgt. Ein schönes Gefühl. Eines, was ich hier vermisse.
In letzter Zeit kommen mir immer mehr Zweifel. Letzten Sommer, als alles offen war, hätte ich Ja sagen sollen. Ja, zum Wegziehen. Ja, zu einem neuen Umfeld. Ja, zu einer neuen Schule & Klasse. Und ich habe es nicht getan. Das war ein Fehler. Ein verdammt riesiger.
Niemand kann sagen, ob das wirklich die richtige Entscheidung gewesen wäre. Aber vielleicht ein Schritt in eine bessere Richtung.
Auch wenn ich dafür Menschen hier hätte zurücklassen müssen. Menschen, die mir viel bedeuten.
Doch als ich mich dagegen entschied, habe ich mir tiefer ins eigene Fleisch geschnitten. Das ist mir in der letzten Zeit wirklich bewusst geworden.
Ich weiß nicht, wie lange ich das durchhalte. Ob ich das überhaupt durchhalte.
Denn Atmen kann ich hier schon seit langem nicht mehr.
Oft überlegte ich, ob nicht einen Ausweg nehmen soll. Mehr aus Verzweiflung, als aus Feigheit. Doch glücklicherweise habe ich das nicht getan, weil mir in den richtigen Momenten gezeigt wurde, was ich alles verpassen würde.
Aber garantieren kann ich für nichts. Zwar ist die Hemmschwelle da. Doch je schlimmer diese Zusammenbrüche werden, desto niedriger wird sie. Und ich habe Angst. Einfach nur Angst davor.
Ich will das nicht, aber dann ist wieder die Stimme da, die sagt: Es ist feige. Du fügst geliebten Menschen Schmerzen zu. Du machst sie unglücklich. Es ist egoistisch. Aber es ist einfach. So einfach.
Es ist dieser Overkill Moment. Der Moment, indem man nicht so viel essen kann, wie man auskotzen will. Es ist dieser Moment, der in einer schon kritischen Phase, weiter schwächt. Es ist hart, da wieder rauszufinden. Bisher habe ich das geschafft. Bisher.
Aber ich kann nicht mehr auf den Trümmern dieser Welt balancieren! Verdammt, ich kann es nicht mehr, denn jedes Mal wird es schlimmer. Tut mehr weh. Drückt mich weiter nach unten.
Und wie lange ich das noch durchhalte... Ich weiß es nicht.
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ich weiß nicht, was ich sagen soll... ich kenne das ja nur zu gut, mit der schulangst. du bist nicht allein. auch wenn sich das jetzt doof anhört, aber du bist nicht allein. auch wenn ich nicht weiß wie ich dir helfen kann.. weil ich auch genau weiß wie es sich anfühlt wenn diese ewigen momente dasind, in denen man das gefühl hat, gleich durchzudrehen... :(
AntwortenLöschenaber schreib mir doch im svz ne mail... wenn du magst! ;)
- kadotettu.